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BMW X5 "BMW`s X-tra Klasse" (a&r-3/2000)
Unser neuer Mann in den USA, Jens Fritzenwalder, war bei der Vorstellung des neuen BMW X5 in den USA dabei und fuhr das Prachtstück 2 Tage Probe. Sein Fazit vorab: Der X5 ist groß, stark, schnell, komfortabel und sieht gut aus.
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So ein Mist! Gerade hatte ich einmal so richtig die Sau, pardon, die 286 Pferdchen im Gelände rausgelassen. Hatte gerade versucht, den Beweis anzutreten, ob dieses Vehikel zu Recht den Beinamen "activity" in seiner Fahrzeugbeschreibung führen darf. Hatte mich mit einer solchen Hingabe durch das Unterholz manövriert, dass der Teint meines Beifahrers von dem eines Airbags nicht mehr zu unterscheiden war. Und beim flotten Ausritt im Gelände fast den Streckenposten übersehen, der gestenreich bedeutet, dass man schnellstmöglich die Geschwindigkeit auf null reduziert. Gezeigt, getan - ein kurzer Tritt und zwei Tonnen Auto finden auch auf rutschigem Untergrund griffig in den Stand. Keine Sekunde zu spät, denn vor uns neigt sich das Terrain nun im 45 Grad Winkel. Nach unten.

"Bitte drücken Sie jetzt die HDC Taste und nehmen Fuß von Gas und Bremse." Ich blicke etwas desorientiert im Cockpit umher, bevor ich dann den unscheinbaren Schalter unterhalb des Radio/Satellitennavigationsdisplays entdecke. "Hill Decent Control", frei übersetzt Bergautopilot, nennt sich diese Funktion und gehört zu der vielseitigen Familie der aktiven Sicherheitssystemen, die die BMW Ingenieure ihrem ersten "Sports Activity Vehicle" spendierten. Zusammen mit DBD, CBC und ASC-X gleichermaßen verwirrende Buchstabensuppe und der Grund, warum Fahrzeug und Fahrer nach zwei Tagen Testfahren keine Schäden meldeten.

Willkommen im postolympischen Atlanta, in das der bayrische Automobilhersteller bat, um den X5 einem ausgewählten Kreis von "Lifestyle-Journalisten" vorzustellen. Die Kollegen der Autopresse hatten bereits probiert und ihre Artikel geschrieben - das ist gut, denn so kann man die technische Eindrücke abschreiben und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Auf Optik - Impalabraun wird sich nicht durchsetzen, Eisblaumetallic im Dialog mit schwarzem Interieur hingegen ist ein Traum! Auf Komfort - kürzer als ein 5er, breiter als ein 7er, bequemer als beide zusammen! Selbst mein Beifahrer mit 1.95m und Pepitahütchen dockte auch bei ruppiger Gangart nicht am Dach an. Auf Befrachtung - die ursprünglichen 455 Liter des Kofferraums lassen sich nach Umklappen der hinteren Sitzreihe auf großzügige 1500 Liter Staufläche erweitern, genug Platz für kleinere Surfboards und größere Golfbags, wenig Platz für eine Übernachtung. Dazu muss man dann in den Wohnwagen ausweichen. Oder in die Motoryacht. Zwar gibt es die nicht serienmäßig, auch nicht als Extra, aber die 4.4 l Maschine mit seinen acht Zylindern sorgen für ein enormen Drehmoment und machen den X5 zum perfekten Lasttier für Anhängsel bis zu 2.7 Tonnen. Sagen die Ingenieure. Denn natürlich sind wir nicht wirklich mit Anhängern durch das herbstliche Georgia gereist.

Der X5 ist groß, stark und sieht gut aus. Er hinterläßt im Gelände wie auch auf der Rennstrecke einen hervorragenden Eindruck. Gibt es wirklich nichts negatives über die jüngste BMW-Kreation zu vermelden? Eigentlich nicht - außer vielleicht, dass bei einem Preis nördlich der hunderttausender Marke für den Achtzylinder ich und viele meiner begeisterten Kollegen aussteigen müssen.