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George Clooney "King George" (TV-Karstadt)
George Clooney, 44, macht alles richtig. Frauen liegen ihm zu Füssen, Männer verehren ihn und nun ,liefert er auch noch ernstzunehmende Filme ab .
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So sieht ein Gewinner aus! Charaktergesicht, ein lausbübisch-charmantes Lächeln, eine gehörige Portion Selbstironie, dazu ein gänzlich allürenfreier Auftritt. Ach ja, und er hört auf den Namen George Clooney. Ist es seine nonchalante Art, mit der er Frauen wie Männer gleichermaßen in seinen Bann schlägt? Kaum eine Dame, die nicht Kind und Kegel links liegen lassen würde, um eine Nacht in der italienischen Villa des Beaus zu verbringen – es muss ja nicht gleich das Schlafzimmer sein. Kaum ein Kerl, der sich nicht von Kumpel George einladen lassen würde, mit dessen Jungs auf Harley-Tour zu gehen – und sich dabei noch vom bekennenden Guiness-Fan unter den Tisch trinken zu lassen. Der Mix machts und mit dem räumt der Beau auf allen Bühnen dieser Welt ab, ob als „Sexiest Man alive“ oder als ernstzunehmender Schauspieler und Regisseur. Bei den diesjährigen Oscars fuhr Clooney die Ernte ein, die er ein Jahr zuvor gesät hatte: Für die Rolle eines abgehalfterten CIA Agenten in „Syriana“ – für die er gute 15 Kilo zunahm –gewann er als bester Nebendarsteller, für sein Regiewerk „Good Night and Good Luck“ reichte es immerhin für drei Nominierungen. Gibt es eine Art „Clooney-Formel“, die im Erfolgsfall immer wieder zu greifen scheint? Nein, außer ... Schwein. Darauf scheint es anzukommen, das machte er einmal ganz unmissverständlich in einem Interview deutlich. „Völlig gleichgültig, wie viel Talent oder Ehrgeiz du hast, du brauchst eine große Portion Glück.“ Und während er das sagt, wölbt sich die Stirn leicht in Falten, heben sich die Augenbrauen und ein spöttisches Grinsen macht sich breit ... und man merkt, der Mann kokettiert mit der eigenen Legendenbildung.

Vom Sexy-Serienstar zum Hollywood-Powerplayer – der 44-jährige geht mittlerweile durch Türen, an die viele seiner Kollegen niemals klopfen werden. Doch anders als die kaum jüngeren Kollegen Brad Pitt oder Tom Cruise – dass beide eher als seine Söhne durchgehen könnten, weiß der bereits ergraute Mime meist ironisch zu kommentieren – brauchte Clooney doch einige Anläufe mehr. Als Cruise schon Seite an Seite mit Dustin Hoffman in „Rain Man“ zu finden war, „glänzte“ Clooney in dem Streifen „Die Rückkehr der Killertomaten“. Und das obwohl sich doch im familiären Dunstkreis einiges an künstlerischem Talent ballte: Vater Nick, arrivierter Autor und Journalist, Tante Rosanne, berühmte Jazzsängerin und Cousin Miguel Ferrer erfolgreicher TV-Schauspieler. Doch erst nachdem Versuche scheiterten, eine professionelle Baseball-Karriere hinzulegen, er sich mit Tabakernten in Kentucky und Versicherungsverkauf mühsam über Wasser hielt, folgte der wegweisende Entschluss: Show-Biz. Auf nach Hollywood, mit 300 Dollar in der Tasche stand er bei seiner prominenten Verwandtschaft in Los Angeles auf der Matte. Das war 1982. 1994 gab George seinen Einstand als Kinderarzt Doug Ross in ER – die Zeit dazwischen als künstlerische Durststrecke zu betiteln, eine Untertreibung. Andererseits, zu behaupten, diese Etappe ging gänzlich ohne „Schwein“ am damals mittellosen Clooney vorüber, wäre auch nicht richtig. Kollegin Kelly Preston, heute Ehefrau John Travoltas, damals seine Mitbewohnerin, schenkte ihm Max – ein Hängebauchschwein.

Der weltweite Erfolg von ER ließ den Marktwert Clooneys, nicht aber dessen Ego anschwellen. Er wurde ein Star, doch einer mit Bodenhaftung. Er versuchte sich im Kino und sein Name begann an den Kassen zu klingeln. Spätestens mit den beiden Ganoven-Komödien „Oceans 11“ und „Oceans 12“ ist der Sitz auf dem Hollywood-Olymp zementiert. Doch das sind Meriten, auf den sich ein Clooney nicht ausruhen mag. Er fasst unbequemen Filmstoff an, er nimmt auch politisch kein Blatt vor den Mund, er bezieht Stellung gegen George Bush. Er feuert Breitseiten gegen Paparazzis. Dennoch, was immer er macht, er macht es auf die leichte Art, mit einem Lächeln im Knopfloch. Ihn nicht Ernst zu nehmen, das leistet sich kaum jemand. Was den intelligenten Dandy jedoch wirklich zum steten Objekt der Begierde werden lässt, ist der auch von ihm selbst kultivierte Ruf des Herzensbrechers. Ein Womanizer auf Tournee, heute in seinem Domizil am Comer See, morgen bei einer Filmpremiere in Los Angeles, übermorgen auf der Berlinale in Berlin. Wo Clooney ist, überschlagen sich die Leute. Und für die Leute, die nicht da sein können, wo Clooney ist, wird seitenlang darüber berichtet. Thema Nummer eins? Das unverwüstliche Bekenntnis des George G. zum ewigen Junggesellentum. Dem Mann fehlt einfach die Bindung. Doch darf so einfach sein, was so einfach scheint? Nicht wirklich. Dem Mann fehlt nur die richtige Frau und so dichtet man in schöner Regelmäßigkeit dem schönen George eine schöne Liebschaft an die Seite. Im Reigen jüngster Eroberungen kursieren so illustere Namen wie Renee Zellweger, Lisa Snowden, Lucy Liu und zuletzt sogar eine „verzweifelte Hausfrau namens Teri Hatcher. Nur ... wo war die richtige? Clooney, der schon einmal verheiratet war, macht gute Mine zum bösen (Beziehungs-) Spiel und lässt sich mit den Worten, „ich kann nur sagen, dass ich kläglich versagt habe. Und zwar mit jedem Typ von Frau“, zitieren. Den „Hinterbliebenen“ mag das Versagen so nie aufgefallen sein, nicht eine, die ein böses Wort über „ihren“ George verlor. Und wenn schon alle Ex-Gespielinnen den Mann mögen, dann schließt sich dem auch fast der Rest der Welt an und sieht zu, wie George weiter Punkte sammelt. Unlängst ließ er seinen OSCAR-Präsentkorb, in dem warteten immerhin eine echte Perlenkette, ein Seidenkimono und eine Kaschmirdecke, meistbietend für einen karitativen Zweck versteigern – 41.500 Dollar kamen zusammen. George Clooney scheint etwas zu besitzen, was man als Filmstar nicht unbedingt braucht. Eine Meinung und Gradlinigkeit. Darüber hinaus hat er noch Max, seine liebste und längste Beziehung. Fürs Schwein ist also auch gesorgt. Das hätte allerdings vielleicht auch die Kaschmirdecke haben wollen.