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Fragebogen/Gloria Estefan, Sängerin (Faz Magazin)
Der Fragebogen, den der Schriftsteller Marcel Proust in seinem Leben gleich zweimal ausfüllte, war in den Salons der Vergangenheit ein beliebtes Gesellschaftsspiel.
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Jemand, der ständige Schwarzmalerei als das größte Unglück empfindet, der hat entweder ein Abonnement auf der Sonnenseite des Lebens oder aber hat sich von vielen Schicksalsschlägen nie unterkriegen lassen. Gloria Estefan gehört zweifellos zu letzteren Menschen. 70 Millionen verkaufte Alben, Gold und Platin-Schallplatten gleich im Dutzend und zwei Grammy-Awards machen die aus Kuba stammende Sängerin zu einer der erfolgreichsten ihrer Branche. Ihr Name steht synonym für "Miami Nice" oder "die gute Fee des Pops". Und ihre Vita liest sich wie eine moderne Cinderella Story. Gloria Fajardo war gerade 16 Monate alt, als sie 1958 kurz nach Castros Putsch mit ihrer Familie nach Miami flüchtete. Zu einer Zeit als im Land der unbegrenzten Möglichkeiten Wohnungen noch nach folgenden Modalitäten vergeben wurden: keine Kinder, keine Haustiere, keine Kubaner! Ihre Kindheit bestand in der Hauptsache darin, Ihren an den Rollstuhl gefesselten Vater zu pflegen - und der Musik. Singen war für den pummeligen, unscheinbaren Teenager, der inzwischen ein Psychologiestudium an der Universität Miami angefangen hatte, die einzige Form der Katharsis. Das muß auch Emilio Estefan, Ehemann in spe und Bandleader der "Miami Latin Boys", erkannt haben, als sich beide auf einer Hochzeit kennenlernten. Drei Jahre später waren die beiden verheiratet, aus den "Boys" wurde die "Miami Sound Machine" und mit Songs aus einer Melange von Pop und Salsa wie "Dr. Beat", "Conga" oder "Cuts both ways" wurde Gloria Estefan zum gefeierten Cross Over Star. Die Lizenz zum Glück war unterschrieben, bis die "Latin Madonna" 1990 ebenfalls im Rollstuhl landete - Verdacht auf Querschnittlähmung, als sie sich bei einem Unfall im Tourbus die Wirbelsäule brach. Mit zäher Energie, unbändigem Willen und zwei zwanzig Zentimeter langen Titannägeln im Rücken, kämpfte sich der nur 1.57 Meter kleine Wirbelwind zurück ins Rampenlicht. Mit "Coming out of the dark" feierte sie ein grandioses Comeback.