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Cityguide "Miami Beach" (GQ 12/99)
Palmen, Strand und ewig schönes Wetter: In der kalten Jahreszeit zieht Miamis Renommierviertel Wintermüde magisch an.
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Cool, cooler ... Miami Beach. Der Ruf des tropischen Seniorenheims ist längst abgestreift, betagt ist hier nur die Art deco Architektur.

Besonders SoBe, der 3.5 Quadratkilometer große Südzipfel von Miami Beach gilt als Epizentrum altersloser Fremdbestäubung. Angereichert mit viel Geld und faltenlosen Körpern geht es hier ständig rund – 24 Stunden am Tag.

RESTAURANTS:

The Strand (455 Ocean Dr. Tel. 532-1200)
"Newest kid on the block" – perfektes Ambiente am richtigen Ende vom Ocean Drive. Wenn Styling und Karte (in Cognac getränkte Gänseleberpastete an Apfelpfannkuchen (!)) ausreichen, avanciert das Strand zum neuen Platzhirsch an der Gastrofront.

Joe’s Stone Crab (227 Biscayne St., Tel. 673-0365)
Es gibt Lokale, die überstehen nicht einmal die erste Saison. Und es gibt Joe’s . Seit 1912! Und wenn zur Stone Crab Saison geblasen wird, dann heißt es Anstehen. Reservieren gilt nicht – das stundenlange Warten wird mit gut geschenkten Gin Tonics an der Bar ausgesessen.

Cafe Tabac (136 Collins Ave., Tel. 695-8411)
Ultrahip und ... gar nicht teuer. Das marokanisch-mediteran gestylte Bistro ist der ideale Boxenstop für den vom Nachtleben Gezeichneten. Wunderschönes Publikum gibt sich drinnen und draußen kleinen Köstlichkeiten hin.
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Joia (150 Ocean Dr Tel. 674-8871.)
Die etwas teuere Nudel! Doch die gutsortierte Bar und das beständige Kommen und Gehen von Miami Beach`s hip and beautiful entschädigt für die Rechnung, die selbst bei 2 Personen ständig nördlich der $100 liegen wird.

Joe Allen (1787 Purdy Ave. Tel.: 531-7007)
Für Ortsunkundige etwas schwierig zu finden, doch die (kurze) Anreise lohnt sich. Eine gelungene Mischung aus amerikanischen Klassiker und italienischen Spezialitäten.

L'Entrecôte de Paris (413 Washington Ave., Tel. 673-1002)
Studenlanges Studieren den Speisekarte? Nicht in dieser Gaststätte! Genau drei Gerichte zieren das Menue – Lachs, Huhn und Steak, jeweils gereicht mit den besten Fritten am Beach.

Sport Café (560 Washington Ave., Tel. 674-9700)
Neue Location, gleiches Konzept – im Sport Café werden italienische Basisgerichte zu Tiefstpreisen zelebriert. Dazu flimmern aus allen Ecken Sportübertragungen.

Sushi Rock Cafe (1351 Collins Ave. Tel. 532-2133)
Gibt es hier das beste Sushi in SoBe? Schwer zu sagen! Wer aber seinen kalten Fisch am liebsten zu dröhnender Musik degustieren mag, der ist hier bestens aufgehoben.

Tantra (1445 Pennsylvania Ave., Tel. 672-4765)
Die Küche nimmt manchmal eine Auszeit, der Service besticht gern einmal durch bellende Unhöflichkeit. Warum rennen dennoch alle in eine Restauration mit dem Charme eines Haremszelts? Weil es "in" ist! An guten Tagen ist die "aphrodisiac cuisine" nicht zu schlagen!

HOTELS:

The Hotel (801 Collins Ave. Tel. 531-2222, EZ ab $155)

Jüngstes Hotel am Beach ist das ehemalige Tiffany. Modedesigner Todd Oldham schuf mit einer eklektischen Mischung aus opulenten Farben und pfiffigen Designrafinessen eine bunte Betten-Oase. Das hoteleigene Restaurant Wish serviert Haute Cuisine.

Hotel Leon (841 Collins Ave. , Tel 673-3767, EZ ab $125)

Drei Jahre – und weiterhin hip. Das von Eric Gabriel geführte Haus mit nur 18 Zimmern gilt als Lieblingsdomizil von Models, Modefotografen und Individualtouristen. Absoluter Traum – das Loft-Penthouse mit Dachterasse.

Marlin (1200 Collins Ave., Tel. 604-5000 EZ ab $295)

Hier regiert eine fröhliche Mischung aus karibischem Flair und coolem Schick. Zu den Klienten zählen bekannte Musiker, am Ende der Lobby ist ein modernes Tonstudio. Lärmprobleme gibt es keine – alle 13 Suiten haben schalldichte Wände.

Tides (1220 Ocean Dr., Tel. 604-5070, EZ ab $300)

Das größte Art déco Hotel am Wasser. 45 Suiten - alle mit Meerblick. Und mit höchst individuellen Ausstattungsobjekten. So finden sich in jedem Raum Teleskope zum ... detaillierten Blick auf den Strand.

The National (1677 Collins Ave., Tel. 532-2311, EZ am $235)

Darf es ein Touch konservativer sein? Eine Übernachtung ist wie eine kleine Zeitreise, spiegelt doch die gesamte Einrichtung den Stil und das Flair der 40er Jahre wider. Samstags gibt es Live Jazz.

Delano (1685 Collins Ave. Tel. 672-2000, EZ ab $195)

Nach wie vor zu den ersten Adressen gehört das von Philip Stark gestylte Delano. Kaum ein Hotel inszeniert sich so sehr selbst, wie der 208-Bettenpalast von Ian Schrager, dem ehemaligen Studio 54 Macher in New York

Albion (1650 James Ave. Tel. 913-1000, DZ ab $135)

Eine attraktive Melange aus Art déco und Moderne. Mit "künstlichem" Strand oberhalb des Poolareals. Mit Wasserfallwand in der Lobby. Die 110 Zimmern bestechen durch einen schlichten, minimalistischen Touch.

Astor (956 Washington Ave., Tel. 531-8081, EZ ab $100)

Für die ruhigeren Minuten. Unaufdringliches Interieur, das eher an eine Mischung aus Luxusyacht und Armani Boutique erinnert. Gelungene Renaissance für ein Hotel, das schon in den 40er Jahren reüssierte.

NIGHTLIFE

Bar Room ( 320 Lincoln Rd., Tel. 532-9123)
Der neueste Tanztempel unter Regie der Nightlife-Regenten Ingrid Casares und Chris Paciello (Liquid, Joia). Sieht ein wenig aus wie eine dekorierte Lagerhalle mit Bar und Tanzbetrieb. Ultrahip!

Chaos (734 Washington Ave., Tel. 674-7350)
Erst New York, nun hier! Der Name ist Programm. Hohes VIP und Model Aufkommen, das sich entweder zu Technoklängen schüttelt oder sich mit einem Champagnerglas in die Sofas lümmelt.

Blue (222 Espanola Way, Tel. 534-1009)
Es gibt sie doch, die gemütliche Bar, um sich auf die tour dé force durch die Tanztempel vorzubereiten. Hier ist alles blau; das Interieur, der Tresen ... und so mancher Gast!

Jazid (1342 Washington Ave., Tel. 673-9372)
Live-Jazz im Parterre, eine Etage höher legt der DJ einen gesunden Mix aus Soul und Funk auf. Das Publikum: eine angenehme Mischung aus Locals, Models und Urlauber.

The Living Room at the Strand (671 Washington Ave., Tel. 532-2340)
Die schönsten Frauen, das beste Ambiente, die "härteste" Tür – das "Wohnzimmer" ist und bleibt die Nummer 1 unter den Nachtclubs am Strand.

Beehive at Penrod`s (1 Ocean Dr., Tel. 538-1111)
Montags zieht es den Nachtschwärmer in das sonst eher verlassene Penrods. Unter freiem Himmel der perfekte Rahmen, um in Ruhe ein Bier zu trinken oder einfach nur in den Sternenhimmel zu peilen.

SHOPPING

Riflessi (1201 Washington Ave.)

Designermode zu Dumpingpreisen. Mit leichtem Bootleg Charakter. Zu unkonventionellen Ladenschlußzeiten. Hier geht auch nach Mitternacht noch ein Anzug über den Tresen.

Senzatempo (1655 Meridian Ave.)

Originale – Uhren, Möbel, und Kunst von Rang und Namen. Audemar Piquet meets Mies van der Rohe Die wahren Schätze liegen im zweiten Stock.

X-isle (437 Washington Ave.)
Alles für den Stehsegler. Surfer Dudes finden hier alles, vom Tanga bis zum Mastfuß. Besonderer Tip – Microfaser Badeshorts, sehr hautschonend

Esperanto Music (515 Lincoln Rd.)
Forget Ricky Martin und Gloria Estefan. Hier shoppt der wahre Afficionado lateinamerikansicher Klangkörperkunst,

Kafka`s Kafe und Newstand (1464 Washington Ave.)

Wo suchen, wenn selbst amazon.com nicht weiterhilft? Bei Kafka`s finden sich Originale fast vergessener Literaturperlen wie Hunter S. Thomson "Fear and Loathing in Las Vegas " oder John Hawkes "Second Skin" . Second Hand natürlich!

BOM – Best of Miami Beach

- Beste Grünanlage – Flamingo Park
Grüne Lunge zwischen 11 und 15 Straße und Meridian Ave. und Alton Rd. mit Tennisplätzen, Basketball Courts, Baseballstadium, Pool etc. Hier führt man seinen Hund spazieren oder schaut den Sportskanonen zu. Oder macht selbst Sport.

- Bester Surf Spot – First Street Beach
Zugegeben, es ist nicht Hawaii. Doch wenn der Wind richtig bläst, die Strömung richtig zieht, dann stehen Miamis Stehsegler vor dem Penrods Café am Ende des Ocean Dr. Und warten auf die wahre Tsunami. Dabei schauen ihnen meist hübsche Mädel zu.

- Beste Volleyball Courts – Ocean Dr. zwischen 8. und 10. St.
Im Osten Miamis feinster Strand, im Westen die Art deco Kulisse des Ocean Drive. Dazwischen zahlreiche Sandplätze auf denen schöne Menschen um den Ball baggern. Und um mehr.

- Bestes Kino - Regal South Beach 18
Und wenn die Sonne doch nicht scheint ... Für Cineasten und Wetterfühlige heißt die Alternative seit einem halben Jahr Regal Cinema. Am Ende der Lincoln Rd. finden sich 18 Leinwände unter einem Dach – Massenware aus Hollywood meets Independent Film

- Bester Eisdealer – Frieze Ice Cream Factory
Häagen Dazs, was ist das? Den Gourmet für Frostiges zieht es zur Ecke Michigan Ave./Lincoln Rd. Dort warten 32 verschiedene Geschmacksrichtungen – vom Birnen Sorbet zu Chocolate Chip Creme.

Millenium in Miami

Wer rechtzeitig sein Ticket nach Südflorida gebucht hat, der sollte auch rechtzeitig Partypläne machen:

- Ocean Drive Magazine, die Gesellschaftsfibel vor Ort zelebriert im Loews Hotel (Tel. 1-877-LOEWS99)
- Party Päpste Caseras und Paciello haben den Ice Palace auf dem Festland gemietet (NW 14th Street and North Miami Ave.
Tickets: $250, Tel. 532-9154)
- Ebenfalls Downtown: Gloria Estefan singt in der neuen Miami Arena (Tickets $150 - $1.500), während Puff Daddy wahrscheinlich zur gleichen Zeit die alte anzündet (Infos unter 1-800-664-SOBE)
- Flug ja, Hotel nein? Kein Problem. Das Astor könnte aushelfen. Die haben noch Zimmer. Einzelbuchung allerdings zwecklos – alle 40 Zimmer gehen im Paket weg. Für eine Woche. Für eine Million Dollar (Tel. 531-8081)

Die Strandalternative – Miami`s booming Upper East Side

55th Street Station (55 Straße und Biscayne Blvd.)

Soyka – News Cafe goes fine dining! Mark Soyka und sein gleichnamiges Restaurant sind Wegbereiter für den Aufschwung auf dem Festland. Die "multikulturelle" Küche versucht sich höchst erfolgreich an einer modernen Interpretationen kulinarischer Klassiker. (Tel. 759-3117)
Mynaya – Geschenke aus aller Welt, dazu ein textiles Erlebnis der internationalen Haute Couture – nur hier, exklusiv die neuesten Kreationen aus den New Yorker Studios von Diane von Fürstenberg.
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