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"Schöne Grüße aus Portugal"
(Gala 6/2004)

Elf richtige: Gala stellt elf traumhafte Plätze vor, die Sie unbedingt gesehen haben sollten.
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Patencia. Geduld. Und einen Euro. Hat man beides, ist man bestens gerüstet für eine Flaniermeile ohne festen Boden. Für eine romantisch-nostalgische Reise durch die Zeit. Seit gut 100 Jahren bahnt sich die Linie 28 ihren Weg durch die engen Gassen des alten Lissabons. Die meist quietschgelben Wagons sind die Fossilien des Nahverkehrs. Eile mit Weile ihr ungeschriebenes Motto. Stockend geht es voran, von der Unterstadt (Baixa) hinauf in das maurisch inspirierte Alfama, immer wieder lugt der Atlantik zwischen den alten Gemäuern hervor. Oft ist es so eng, dass man meint, gleich durch das Wohnzimmer, zumindest aber durch die aufgehängte Wäsche der Anwohner zu fahren. Irgendwann ist das schicke Chiado erreicht. Danach Bairro Alto (die Oberstadt). Links und rechts bleiben Basílica da Estrela und Kathedrale Sé liegen. Am Cemitério dos Prazeres, dem Friedhof der Freude, ist Endstation. Nicht alle kommen dort an. Denn wenn es wieder einmal gar nicht weiter gehen will, weil jemand sein Auto auf den Schienen geparkt hat, was dann? Einfach abspringen. Aus einem der zahllosen Cafés dringt sicher das süßliche Aroma von Pasteis de Nata, diesen unwiderstehlichen Puddingtörtchen, aufs Straßenpflaster. So viel Zeit muss sein. Inzwischen macht sich Linie 28 auf und davon, doch schon kurze Zeit später keucht die nächste Bahn ratternd und bimmelnd um die Ecke.

Elevador Santa Justa & Bica do Sapato

45 Meter liegen zwischen Unter- und Oberstadt. Jedenfalls senkrecht. Unermüdlich macht sich der Elevador Santa Justo auf diesen Weg, der nur Augenblicke dauert. Doch in dieser hundert Jahre alten schmiedeeisernen Fahrstuhlkabine mit dem neo-gotischen Dekor wird der kurze Moment zur kleinen Ewigkeit. Oben angekommen, reicht der Blick bis weit über den Rio Tejo. Fast bis zum berühmten Bica do Sapato, ein Restaurant der Extraklasse, das sich an seinem Ufer in einem verglasten Hafenspeicher angesiedelt hat. Miteigentümer John Malkovich konnte sich anscheinend nicht auf die Küche festlegen. So gibt es gleich drei: Bistro-Snacks, Sushi-Bar und Gourmet Cuisine. Edel, lecker, teuer .. hingehen. (Reservieren unter: 218 810 320)

Luis Figo

Flink am Ball und auch noch schön anzusehen. Bei Fußballern eher die Ausnahme. Luis Figo ist so eine. Der 31-jährige, bester Spieler Portugals, kann es mit der Popularität David Beckhams aufnehmen – zumindest im eigenen Land. Am 12.6. hat der Star in Porto seinen ersten EM-Auftritt. Karten gibt es keine mehr. Für die große weibliche Fangemeinde bleibt da als Trost nur ein Trikot mit der Nummer 7.

Lagos

Praia Camilo an der Ponta da Piedade. Kann doch keiner behalten. Jedenfalls nicht auf Anhieb. Gut, dass jemand auf die Idee kam, Praia Camilo und Artverwandtes in der Nähe auf den Namen Postkartenbuchten zu taufen. Ein Blick genügt, man muss demjenigen zustimmen – erst Recht, wer mehr als nur die Postkarte kennt. Wenn man sich schon nicht jede diese herrlichen Buchten merken mag, wenigstens bis Lagos an der Algarve sollte man finden. Von dort ist es nicht mehr weit. Eine Armada von Booten, einige von ihnen in bedenklichen Zuständen, leistet erste Hilfe beim Erreichen der gelobten Fotomotive. Die Überfahrt vergeht wie im Flug, vorbei an faszinierenden Felsformationen und pittoresken Grottenlandschaften warten die vielen versteckten Strände. Versuchen Sie ein kleineres Boot zu erwischen, damit lässt es sich direkt in die Grotten hineinfahren. Ach so, wichtig: Wegzehrung nicht vergessen, die meisten dieser Strände widerstanden Dank ihrer unzugänglichen Lage der Besetzung durch Würstchenbuden und anderem Imbisszauber. Allein das ist schon Grund genug, am nächsten Tag erneut eine dieser Buchten anzusteuern. Natürlich eine andere ...

Royal Golf Course

Sie haben 150 Euro und ein Handicap? Dann hin und abschlagen! Auf dem Royal Golf Course in Vale do Lobo wartet das 16. Loch, das Sweet Sixteen - für jeden Hobbygolfer ein Erlebnis. Für die Par 3 gleich ein paar Bälle mehr einplanen, einige werden bestimmt an den Klippen der Steilküste hängen bleiben und in den Atlantik plumpsen, der weiter unten tost. (Näheres unter: www.vdl.pt)

Markt in Loulé

Samstags ist Markttag. Angeblich seit 1291. Inzwischen hat sich das auch herumgesprochen. So sehr, dass sich das kleine Loulé an der Algarve, sonst touristisch eher stiefmütterlich behandelt, Samstags einer Invasion gegenübersieht. Alles drängt in die hundert Jahre alte neo-maurische Markthalle. Und davor, wenn es das Wetter erlaubt. Die alten Männer des Ortes haben sich feingemacht, sie blicken als einzige gelassen ins Geschehen. Über den Marktschreiern erhebt sich ein flirrendes Stimmengewirr, getrocknete Stockfische wechseln ihren Besitzer, kiloschwerer Bauchspeck sucht Anschluss, eingelegte Oliven finden ein neues Zuhause. Einfach mitbieten ...

Costa Nova

Streifen machen bekanntlich schlank. Fühlte sich das quirlige Fischerdorf vielleicht etwas zu dick? Möglich. Denn irgendwann begann Costa Nova, sich umziehen. Jemand fing an, sein Häuschen mit bunten Streifen zu bemalen und das Beispiel machte Schule. Der Strand hingegen kommt in seiner ursprünglichen Farbe: Schneeweiß. Dazu noch pulvrig-fein, kilometerlang und fast ebenso breit. Im Frühling hat man ihn fast für sich allein, im Sommer teilt man ihn sich meistens mit Einheimischen.

Belem

Früher, da stand er mitten im Rio Tejo. Der Torre de Belém. Man sah ihn von weitem. Das architektonische Symbol einer großen Seefahrernation, er leuchte den eigenen Schiffen Heim und flößte den feindlichen Respekt ein. Heute? Der Fluss entschloss sich, sein Bett zu ändern und nun steht er fast ein wenig verschämt am Ufer. Dafür ist er nun prima zu Fuß zu erreichen.

Cafe a Brasileira & Mariza

Wer ins Café a Brasileira geht, und das muss jeder, der sitzt bitteschön drinnen. Bestellt einen Bica, die portugiesische Espressovariante, lehnt sich zurück und lauscht dieser einmaligen Geräuschkulisse aus Wortfetzen, Stühlerücken und dem Pfeifen der alten Kaffeemaschinen. Draußen sitzen Touristen und der Café ist teurer. Draußen aber weht später auch Fado auf den Gehweg, jener typische Gesang voller Wehmut und Sehnsucht. Mariza, der neue Star am Fado-Himmel, füllt heute Konzerthallen weltweit. Manchmal aber auch noch eine kleine Kneipe in Mouraria, dem Stadtteil Lissabons, in dem Fado geboren wurde. Wenn man nur wüsste, welche ....

Fatima Lopes

Ist Fatíma Lopes die wichtigste Modemacherin Portugals? Schwer zu sagen. Auf jeden Fall ist die extravagante Designerin geschäftig wie kaum eine zweite. Schräg, schrill und laut, so kommen ihren Kollektionen auf den wichtigen pret-a-porters daher. Ihre Schmuckkreation ist ein Renner und die nebenbei vom Ex-Model gegründete Modelagentur ebenfalls. Unbedingt einmal in Lissabons Rua da Atalaia vorbeischauen, abends verwandelt sich ihre Boutique in einen angesagten Club. (weiteres unter: www.fatima-lopes.com)

Sheraton Porto

Rudi gewinnt! Jedenfalls bei der Quartiersauswahl. Das neue 5-Sterne Sheraton ist die beste Adresse Portos. Nicht nur für die Völler Elf. Highlights: Der just komplettierte Spa-Bereich und die elegante New Yorker Bar. An der trifft man bestimmt Olli Kahn, sollte am 15.6. das Spiel gegen Holland in die Hose gehen. (Infos unter: www.sheraton.com/porto).